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Armand Jean du Plessis (Herzog von Richelieu) ArtikelArmand Jean du Plessis, Herzog von Richelieu (* 9.09 1585 Schloss Richelieu, Dépt. Indre-et-Loire; †4.12 1642 in Paris), auch "rote Eminenz" genannt, war ein französischer Kardinal und der maßgebliche Berater Ludwigs XIII. Seine vordringlichen Absichte waren die Umgestaltung Frankreichs in einen absolutistischen Staat und die Beendigung der Spanisch-Habsburgischen Vormachtstellung in Europa.
Armand Jean du Plessis, duc de Richelieu
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Armand war ein hochintelligenter Knabe. Aus altem, aber verarmtem Adel stammend, strebte er zunächst eine militärische Karriere an, nahm dann aber ein Theologie-Studium auf, um seinen Onkel, der Gefahr lief, den Bischofssitz von Luçon (Vendée, Dépt. Deux-Sèvres) zu verlieren, ablösen zu können. 1607 wurde er mit Dispens des Papstes (er hatte das kanonische Alter noch nicht erreicht) zu dem Bischof geweiht und promovierte kurz darauf in Paris. Mit großer Energie betrieb er die Ordnung seiner in den Wirren der Religionskriege verwahrlosten Diözese. Er war der erste Bischof in Frankreich, der die Beschlüsse des Konzils von Trient umsetzte.
In der Generalständeversammlung von 1614 nahm er als Repräsentant des Klerus von Poitou teil und machte mit einer brillanten Rede auf sich aufmerksam. Maria von Medici holte ihn 1616 an den Hof. In dem selben Jahr wurde er Staatssekretär mit den Resorts Außenpolitik und Krieg. Sein Glück wendete sich aber, als der junge Ludwig die Herrschaft seiner Mutter (die zu dieser Zeit die Regentschaft führte) abschüttelte. Ludwig ließ den ersten Minister Concino Concini beseitigen, schickte seine Mutter in das Exil und auch Richelieu verlor sein Amt und wurde verbannt. Erst 1619 holte ihn der König zurück an den Hof, um zwischen ihm und seiner Mutter, die zwischenzeitlich aus dem Exil geflohen war und zusammen mit ihrem zweiten Sohn Gaston d'Orleans eine gescheiterte Revolte angeführt hatte, zu vermitteln. Richelieu gelang eine Aussöhnung zwischen Mutter und Sohn und er konnte sich so die Gunst des Königs erwerben.
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Richelieu betrieb seine Karriere äußerst Absichtstrebig. Als der königliche Favorit und erste Minister Ludwigs, Charles de Luynes, der 1621 eine Ernennung Richelieus zu dem Kardinal verhindert hatte, in dem selben Jahr plötzlich starb, stand seinem Aufstieg nichts mehr in dem Wege.
Am 3.11 1622 wurde er von Papst Gregor XV zu dem Kardinal ernannt. Seit 1624 gehörte er wieder dem Ministerrat an und wurde zu einem unverzichtbaren Berater für den König, der ihn in dem selben Jahr zu dem ersten Minister machte.
Seinen Einfuß auf den König nutzte Richelieu, um Frankreich nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Er reformierte die Verwaltung, entmachtete den Amtsadel, baute ein eigenes System von ihm treu ergebenen Verwaltungsbeamten und Spionen auf, beschnitt die Rechte und den Einfluss des Adels und betrieb die Vernichtung der Hugenotten als militärische Kraft. Sein Absicht war ein Staat nach absolutistischem Ideal.
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Die Hugenotten bildeten in dem Frankreich Ludwig XIII einen Staat in dem Staate. Durch die Garantien des Edikts von Nante verfügten sie über Städte und Befestigungsanlagen unter eigener Verwaltung und nicht unerhebliche militärische Kräfte. Nach dem Tod der Integrationsfigur Heinrich IV. kam es wiederholt zu Unruhen und militärischen Auseinandersetzungen. Richelieu musste, um das von ihm angestrebte königliche Machtmonopol zu realisieren, diese zweite Kraft in dem Staat ausschalten.
So kam es zu andauernden Kriegen, bis es Richelieu 1628 gelang, die bedeutende hugenottische Stadt La Rochelle nach über einjähriger Belagerung zur bedingungslosen Kapitulation zu zwingen. Mit dem Frieden von Alais 1629 war die Entmachtung der Hugenotten vollzogen.
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Rolle in dem 30jährigen Krieg | |
Um die spanische Vormachtstellung in Europa zu brechen, nutzte Richelieu Spaniens Engagement in dem dreißigjährigen Krieg. Er stützte die protestantischen Fürsten, um Spaniens Kräfte in dem Krieg zu binden. In dem Vertrag von Bärwald (1631) sicherte er dem schwedischen König Gustav II Adolf eine Unterstützung von 1 Million livres pro Jahr zur Kriegsführung zu, was jenem ermöglichte, mit seinen Truppen bis nach Süddeutschland vorzudringen. 1635 trat Frankreich dann aktiv an der Seite Schwedens in den Krieg ein.
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Verschwörungen gegen Richelieu | |
In der Wahl seiner Methoden folgte Richelieu dem Grundsatz "Der Zweck heiligt die Mittel". Politische Gegner wurden rücksichtslos ausgeschaltet, Bündnisse nach Zweckmäßigkeit eingegangen. Seine Bündnisse mit verschiedenen protestantischen Fürstenhäusern sorgten für Empörung in Adel und Kirche. Seine Politik stieß auf große Wiederstände in dem eigenen Land. Es gab zahlreiche Verschwörungen und Attentate, die er dank seines Spionagenetzes meist rechtzeitig aufdecken konnte.
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1626, als er gemeinsam mit der Königinmutter versuchte, den Bruder des Königs, Gaston d'Orleans, in eine Ehe mit Marie de Bourbon-Montpensier zu zwingen, kam es zu dem ersten hochrangig besetzten Mordkomplott. Einige hohe Adlige, darunter die Herzogin von Chevreuse und ihr Liebhaber, der Marquis de Chalais unterstützten d'Orleans Widerstand und planten Richelieus Tod. Das Komplott wurde aufgedeckt, Chalais hingerichtet, Mme. de Chevreuse nach Poitou verbannt. d'Oleans wurde begnadigt, musste aber die ungeliebte Frau heiraten. Damit begann eine lebenslange Feindschaft zwischen dem Bruder des Königs und seinem erstem Minister.
Buch-Tipp: Richelieu. Der Ehrgeizige. Der Revolutionär. Der Diktator Porträt des Kardinals Mit 17 Fotos auf Bildtafeln. Der französische Historiker P. Erlanger konzentriert sich in seinem Buch ganz und gar auf die Person Richelieus und seine nähere Umgebung und fügt so das Bild Richelieus zu einem bunt schillernden Tableau einer Epoch zusammen. Des Kardinals Kühnheit, Skrupellosigkeit und Geschmeidigkeit, in... |
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Zehn Jahre später gab es erneut ein Mordkomplott. Richelieu sollte 1636 in dem Feldlager von Amiens, beim Rückzug nach einer Kampagne gegen spanische Truppen in der Picardie, den Tod finden. Daran beteiligt waren unter anderem der Comte de Montresor , Favorit von Gaston d'Orleans und der Comte des Soisson , Feldherr und Parteigänger von Maria de Medici. Soissons floh daraufhin 1637 nach Sedan und sammelte andere Gleichgesinnte um sich.
Buch-Tipp: Richelieu. Gesamtausgabe in einem Band Richelieu - ein Minister wird lebendig! Als ordinärer Fan der "Drei Musketiere" von Dumas macht eine Persönlichkeit besonders neugierig: der offensichtlich so verhaßte Kardinal Richelieu; in- trigant und ca. umgeben von "Degenfutter" - voll vertrottelten "Kardinalisten", die jeden Kampf trotz Übermacht gerne abgeben... |
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1641 kehrte Soissons mit einer habsburgischen Armee nach Frankreich zurück. Er besiegte den französischen Feldmarschall de Chatillon in der Schlacht von La Marfée 6.07 1641, starb aber in dem Augenblick des Triumphes durch die Kugel eines Heckenschützen.
Buch-Tipp: Richelieu/ 3. Band Richelieu - ein Minister wird lebendig! Als ordinärer Fan der "Drei Musketiere" von Dumas macht eine Persönlichkeit besonders neugierig: der offensichtlich so verhaßte Kardinal Richelieu; in- trigant und ca. umgeben von "Degenfutter" - voll vertrottelten "Kardinalisten", die jeden Kampf trotz Übermacht gerne abgeben... |
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Die letzte Verschwörung gegen Richelieu ging 1642 vom königlichen Favoriten, dem Marquis de Cinq-Mars aus. Der Marquis war der Sohn eines engen Freundes von Richelieu und ursprünglich sein Protegeé. Richelieu brachte ihn an den Hof, in der Hoffnung, seinen Einfluss auf Ludwig durch den jungen Mann verstärken zu können. Cinq-Mars gewann auch wirklich die Gunst des Königs, wurde sein Favorit und mit Ämtern überschüttet, entwickelte aber eigenen politischen Ehrgeiz. Richelieu versuchte, den Einfluss von Cinq-Mars zu beschneiden, worauf jener mit anderen Aufständischen, darunter wieder d'Oreans, plante den Spaniern die Grenzen zu öffnen, um Richelieu zu stürzen. Ein Geheimvertrag über spanische Unterstützung für die Rebellion fiel Richelieu in die Hände, so dass er Cinq-Mars den Prozess machen konnte. Cinq-Mars wurde am 12.10 1642 in Lyon hingerichtet.
Buch-Tipp: Tanz der Wasserläufer Schöner historischer Roman Tania Douglas' erstes Buch enthält alles, was einen historischen Roman ausmacht: eine präzise gezeichnete Kulisse (offenbar hat sie gut recherchiert), eine romantische Liebesgeschichte und viel Spannung mit einigen Überraschungen. Trotz der Länge des Buches fand ich es nie langweilig und kann es daher auf jeden Fall... |
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Richelieu war ein vielseitig interessierter Mann, der neben seinen Staatsgeschäften auch ein großes Interesse an der Kunst besaß und seinen in dem Amt erworbenen Wohlstand großzügig zur Entwicklung der französischen Kultur einsetze.
Er förderte den Architekten Jacques Lemercier , der bei der Erweiterung des Louvre seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Lemercier entwarf in seinem Auftrag die Kapelle der Sorbonne, in der Richelieu gemäß seinem letzten Willen beigesetzt wurde, und das Palais Cardinal , die Residenz des Kardinals in Paris. Das Palais beherrbergte neben der Kunstsammlung des Kardinals auch ein Theater, das seinerzeit die modernste und schönste Bühne in Paris war. Es wurde 1641 mit einer Aufführung von Jean Desmarets's Mirame eröffnet.
Die Dekoration des Palais Royale übertrug er dem erste Hofmaler Ludwig XIII., Simon Vouet.
Ebenfalls zu seinen Schützlingen zählte der junge Philippe de Champaigne . Das Bild zu diesem Artikel ist ein Ausschnitt aus einem Dreifach-Portraits, das Champaigne ungefähr 1640 anfertigte. Es ist heute in der National Gallery in London ausgestellt.
Das größte künstlerische Interesse des Kardinals galt aber ohne Zweifel der Literatur. Bereits 1634 gründete er die Académie Française zur Pflege der französischen Sprache und Kultur. Er verfaßte selbst einige Theaterstücke und protegierte zahlreiche junge Dramatiker. Er versuchte, seine Vorstellung von Ordnung in der Dramaturgie durchzusetzen, was zu dem Streit mit einem seiner begabtesten Schützlinge, Pierre Corneille führte, der ausgerechnet mit "Le Cid "einer Tragikomödie, die sich nicht an vorgegebene Formen und Regeln hielt, einen großen Triumph feierte.
Buch-Tipp: Time Wars II. Die Richelieu- Intrige. Ein Abenteuer der neuen Zeitreise- Serie. Lasst euch rekrutieren: als Zeitsoldat! . . . denn in den Kriegen der Zukunft kämpft man auf den Schlachtfeldern der Vergangenheit!
Ich weiß nicht warum alle anderen Rezensenten das Buch so schlecht bewerteten. Es ist mit seinen 250 kurzweilig und ich finde auch gut geschrieben. Die Protagonisten sind sympathisch. Es klingt viel Humor durch,... |
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Richelieu selbst starb am 4.12 1642 an der Syphilis. Seit dem 18.11 auf dem Sterbebett liegend, ordnete er mit eisernem Willen seinen politischen Nachlass und konferierte noch zwei Tage vor seinem Tod mit dem König. Er wurde nach eigenem Wunsch in der Kapelle der Sorbonne begraben.
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